<-zurück
Verteufelt gutes
Bluesalbum
Bereits mit dem Vorgänger „Frankenstein“ konnten der Ingolstädter
Bluesman Helmut „Lick“ Licklederer und seine Band „Blues Lick“
überragional punkten. Mit der CD „Da Deifesweg“ (BSC), die ebenfalls
wieder von Rough Trade europaweit vertrieben wird, dürfte ihm das
wiederum gelingen
Der Roots Blues der Band wurde noch einmal verfeinert, Ferdl
Eichners Bluesharp bringt neue Töne ins Spiel und die Texte des
Bandchefs sind wieder einmal gelungene freche, herrlich komische und
bisweilen gar satirische Verse.
Dabei erweitert der „Lick“ seine bekannten Grundthemen um neue
Figuren und Sichtweisen. Erstens geht es ihm um den Blues an sich.
Der soll im „Intergalaktischen Blues“ sogar Außerirdischen
nähergebracht werden, was aber erwartungsgemäß grandios misslingt.
Der Crossroads-Mythos mit der viel besungenen Begegnung des
Bluesmannes mit dem Leibhaftigen an der mitternächtlichen
Weggabelung bei Dauerregen endet nicht mit spiritueller Erleuchtung,
sondern mit einer veritablen Erkältung.
Die Phalanx seiner Nervensägen ergänzt der „Lick“ um Charly Zocker,
dessen Name schon alles sagt, und in „Paula“ um deren lange
verschollenen Gefährten. Und weil der „Lick“ auch immer einen Song
im Programm hat, der seiner Heimatstadt gewidmet ist, gibt’s diesmal
den „Schutterblues“. Musikalisch kann sich die Band längst mit den
großen Blues-Acts der Republik messen. Das beweisen deren Konzerte
und das beweist auch diese CD. Einzigartig freilich wird die
Formation durch ihr Konzept. Blues mit hohem Komikfaktor, Blues mit
satirischem Hintergrund, der sich selbst zwar zweifelsohne ernst
nimmt, aber eben ohne jede Verbissenheit und mit Augenzwinkern
daherkommt – diese Variante gab und gibt es hierzulande sonst
eigentlich nirgends. „Da Deifesweg“ ist ein verteufelt gutes Album
geworden.
Von Karl Leitner
|
CD-Empfehlung - Liederbestenliste |
|
Oktober
2011 |
Tief aus dem Süden Deutschlands,
nämlich aus Ingolstadt/Bayern, kommt der Singer/Songwriter,
Liedermacher und Bluesmann Helmut Licklederer, in der Szene besser
bekannt als Blues Lick. Mit Sicherheit gehört er zu der stetig
anwachsenden Riege derjenigen Musiker, die durch ihre Kunst all jene
Lügen strafen, die den einzig amtlich zulässigen Blues
ausschließlich von schwarzen Musikern aus den USA repräsentiert
sehen wollen. Im Grunde handelt es sich um eine längst überflüssige
Debatte, doch die Fähigkeit und Bereitschaft, über Genre- und andere
Grenzen hinauszublicken, ist noch längst nicht überall etabliert.
Blues Lick fühlt sich dem
Roots-Blues verpflichtet, und das ist in nahezu jedem Takt seiner
neuen CD Da Deifesweg nachzuempfinden. Erdige, staubtrockene,
traditionelle Bluesklänge treffen auf skurrile, abenteuerliche und
durchaus komische Geschichten über ziemlich schräge Sonderlinge,
Nervensägen, Spinner und Chaoten – und alles gepaart mit echter
Spielfreude und entspanntem musikalischem Können.
Neben den elektrischen Gitarren,
gespielt von Matthias Inderst und Blues Lick (Slidegitarre),
Bernhard Schönke am Bass und Raimund Liebhaber (Schlagzeug), ist
besonders Ferdl Eichner mit seiner Bluesharp hervorzuheben. Die
gleichermaßen permanente wie brillante Präsenz dieses Musikers
verleiht dem neuen Album eine ganz besondere, spezielle Note.
Akustischer Blues vom Feinsten. Blues-Groove aus den bayerischen
Swamps halt.
Das Titelstück „Da Deifesweg“
thematisiert natürlich die alte Legende von der geheimnisvollen
Weggabelung, an der der Teufel ab und an aufkreuzt, um ehrgeizigen
Musikern für den Preis ihrer Seele den ultimativen Blues zu
verkaufen. Robert Johnson hat diese Geschichte erstmals in seinem
Song „Cross Road Blues“ erzählt. Auch Blues Lick begab sich auf die
Suche nach dieser Kreuzung, hat sie aber wohl in den bayerischen
Swamps nicht entdeckt. Jedenfalls traf er den Teufel nicht. Aber der
Blues hat ihn getroffen, nämlich aus Enttäuschung darüber, mit dem
alten Herrn der Finsternis nicht ins Geschäft gekommen zu sein. Und
nun kann der Blues Lick sich darüber freuen, seine Seele nicht
verscherbelt zu haben.
Apropos über den Genrerand
blicken: Die beiden letzten Songs des Albums – „Katzengoid“ und
„Paula“ – verdeutlichen schließlich, dass Blues Lick nicht nur ein
intensiver, spielfreudiger Bluesmann ist, sondern ebenso ein ganz
normaler Singer/Songwriter voller Gefühl und Wehmut. Als wenn Gefühl
und Wehmut nicht gleichermaßen Charakteristika des Blues wären. Weg
mit diesem ewigen Schubladendenken!
Empfehlung von Kai
Engelke
Liederbestenliste
|
Neue Presse - Coburg (Lichtenfels) |
|
2011 |
Typen, Thesen, Temperamente
"Lick"-Band
bluest im Stadtschloss und begeistert rund 70 Zuhörer.
Von Stephan Stöckel
Dass bairischer
Slang und bluesige Töne zueinander passen, die "Blues Lick Band" aus
Ingolstadt, die am Samstag im Lichtenfelser Stadtschloss
begeisterte, war der beredete Beweis dafür. Typen, Thesen,
Temperamente - so könnte man das Konzert am Samstagabend im
Lichtenfelser Stadtschloss mit der "Blues Lick Band" überschreiben.
Denn Frontmann Helmut Licklederer, kurz und bündig Lick genannt, hat
von alledem ein bisschen. Seine Lieder sind eine Hommage an die
Sonderlinge dieser Welt, greifen die Legenden des Blues mit einem
Augenzwinkern auf und kommen mit unterschiedlicher Dynamik daher.
Spätestens seit
dem legendären Isar-Indianer Willy Michel wissen wir, dass bluesiger
Ton und bairische Sprach wunderbar zusammen passen: "Ois is Blues."
Und auch für den Ingolstadter Bluesrocker Lick gilt auf gut
bairisch: "Wenn der Blues net war." Ja, wenn er nicht gewesen wäre,
der Zwölftakter, dann wären die 70 Besucher im Lichtenfelser
Stadtschloss jetzt um einen unterhaltsamen Konzertabend ärmer.
Lick erfindet
keine Geschichten, da bekanntlich das Leben die schönsten
Geschichten schreibt oder wie er es formuliert: "Weil es ehrlicher
ist." Seine Lieder tragen allesamt autobiographische Zügen. Denn sie
stammen aus seinem Leben. Menschen mit unterschiedlichsten
Charakterzügen werden vor dem inneren Auge lebendig.
Herrlich, wie er
den Gerichtsvollzieher, der seiner ersten Gitarre den Kuckuck
verpasst hat, herrisch granteln lässt ("I pfänd gnadenlos"), während
seine Mitmusikanten, Sologitarrist Mathias Inderst, Bassist Klaus
Jirges und Schlagzeuger Heinz Eichiner im harten Blues-Rock-Ton
granteln. Lick spitzt zu, übertreibt, lässt seinen Pfänder einen
Wunsch äußern ("I wär so gerne Scharfrichter"), bei dem alle, die
des bairischen Dialekts mächtig sind, wissen, dass es nicht so ganz
ernst gemeint ist.
Lick zeichnet
liebenswürdige Porträts von originellen Zeitgenossen, wie dem
Lousiana-Schorsch, dem Zocker-Charlie oder der nervigen Henriette,
die sich wie ein roter Faden durch seine Lieder zieht. Die alten
Klischees, Bluesbrüder seien Knastbrüder oder dem Spiel verfallen,
der Sänger lässt sie mit einem Augenzwinkern wieder aufleben.
Zur Freude der
Fans liebt es das Quartett, das seine Wurzeln unüberhörbar im Blues
hat, musikalisch vielseitig: Da wird beim guten alten Rock'n'Roll ("Jedn
Dog in die Arbat") ebenso angeklopft wie beim fröhlich-fidelen
Countrysong "Route 66", mit dem sich die Musiker von ihrem Publikum
verabschieden.
Beim Schlusssong
träumt Lick einen ganz besonderen Traum, steht er mit Jimi Hendrix
und Eric Clapton auf einer Bühne. Lautstarkes Klatschen lässt seinen
Traum zerplatzen. Traurig ist der Musiker keineswegs, war es für ihn
doch "a Mords-Gaudi" im altehrwürdigen Stadtschloss spielen zu
dürfen.
Immer nur Ärger mit Henriette
Ingolstadt (DK) Es gibt in
Ingolstadt nicht viele einheimische Bands, die beim renommierten
Bluesfest auftreten und mit den internationalen Acts mithalten
können. Blues-Lick sind eine solche.
Wenn die Formation um Helmut "Lick" Licklederer dann auch noch
ankündigt, eine neue CD und somit neue Songs vorstellen zu wollen,
dann ist die Neue Welt natürlich ausverkauft. "Da Deifesweg" heißt
das neue Album, das in den nächsten Tagen offiziell erscheinen soll
und woraus sich also der Großteil des Repertoires für diesen Abend
rekrutiert. Um es gleich zu sagen, Songs wie "Paula" und "Lasst’s mi
in Rua!" können gut mithalten mit Blues-Lick-Klassikern wie den
Kompositionen um die stets auf Ärger geeichte Henriette, die
natürlich beim Konzert auch nicht fehlen dürfen, und das emotionale
"Katzengold" oder "Wenn da Blues net war" belegen einmal mehr
eindrücklich, dass der "Lick" einen ganz eigenen musikalischen Weg
gefunden hat. Skurrile, abenteuerliche, komische Geschichten werden
wirklich bis zum Happy oder wahlweise Bad End fertigerzählt, was
durchaus zu zeitlich ausgeweiteten Formaten führen kann, die Storys
werden unterlegt mit staubigem, erdverbundenem Roots-Blues und
vorgetragen von Licks rauer Stimme, die sicherlich zu den besten
ihrer Art weit und breit zählt.
Neben der lokalen
Komponente, die sich in Stücken wie "Frankenstein", "Dr. Faust" oder
auch dem "Schutterblues" von der Neuen CD äußert, bedient der Lick
aber auch mit dem neuen Programm die Sparte des satirisch
angehauchten Humors. Neuerdings wird immer mehr deutlich, wie er mit
den Klischees des Blues regelrecht spielt. Typische im Blues immer
wieder auftauchende Themen wie die ewig aktuelle Geschichte vom
Verlassenwerden, die Glücksspielerthematik, der Mythos vom
Scheideweg zwischen Gut und Böse, dem Bluessänger im Knast – all das
kommt auch beim "Lick" vor, nur sind seine Protagonisten froh, wenn
die Ex endlich aus dem Haus ist, holt sich der Musiker an den "Crossroads"
bei Dauerregen statt satanischer Unterstützung lediglich eine
veritable Grippe, ist der Knacki nicht wie von der Legende
vorgesehen unschuldiges Opfer sondern völlig zurecht wegen Dummheit
eingesperrt.
Der "Lick" hat viel zu
tun an diesem Abend. Singen, Gitarre spielen, moderieren – das ist
sein Job, richtig, aber auch Gastmusiker Ferdl Eichner – der
übrigens an der Harmonika einen ganz ausgezeichneten Eindruck
hinterlässt und Gitarrist Matthias Inderst solistisch unterstützt –
muss ins Bandgefüge integriert werden, und schließlich muss er sich
auch noch um die diesmal nicht so inspiriert wie sonst wirkende
Backline kümmern. Was er aber locker hinkriegt, denn wie immer merkt
man auch an diesem Abend das Herzblut, das hinter seiner Tätigkeit
steckt. Der Lick und seine ganz spezielle Art von Blues gehören ganz
einfach untrennbar zusammen.
Von Karl Leitner
|
Nordbayern.de - Hilfpoltsteiner Volkszeitung |
|
2011 |
Knackiger Blues mit Grusel
„Blues Lick“ spielt im Posthorn „Frankensteins Jünger“ - 08.04.11
ECKERSMÜHLEN -
Sanft gruseln, leise kichern und manchmal auch laut lachen: Die
Gruppe „Blues Lick“ machte mit dem Programm „Frankensteins Jünger“
das Eckersmühlener „Posthorn“ unsicher und füllte das Humorkonto der
Bluestage.
Helmut Licklederer von „Blues Lick“ macht Punkte auf dem Humorkonto
der Bluestage.
Der Ingolstädter
Sänger und Songschreiber Helmut Licklederer ist ein Geistesbruder
von Wolfgang Ambros und von Kurt Ostbahn. „Frankensteins Jünger“
verbinden schräge Texte, in denen es (zum Glück) nicht nur um zum
Leben erweckte Leichen geht, mit knackigen Blues-Arrangements aus
der traditionellen Akustik-Abteilung.
Würde nicht
bayerisch, sondern englisch gesungen, dann könnte man „Lick“ und
seine Combo — Matthias Inderst an der zweiten Gitarre, Klaus Jirges
am Bass und Raimund Liebhaber an der „Schießbude“ – musikalisch
durchaus im Süden der USA verorten.
Dort haben
öko-bewegte Frauen allerdings ein anderes Format als jene nervige
Henriette, die bei Helmut Licklederer zu den „Running Gags“ gehört:
Eine anstrengende Freundin, die er irgendwann an einen
Musikerkollegen loswird. Der fragt ihn Jahre später, wie das
eigentlich mit so einer Scheidung geht... Im Titelsong der neuen CD
werden übrigens keine literarischen Monster besungen. „Lick“ und Co.
warnen eher vor Forscherwahn, vor blinder Fortschrittsgläubigkeit
und vor allzu großem Vertrauen in die von Menschen geschaffene
Hochtechnologie.
Themen, die
angesichts der Katastrophe in Japan schon erschreckende Aktualität
haben. Das Gruseln steigert sich ins Unermessliche.
|
Hilpoltstein -
Donau Kurier |
|
2011 |
Eckersmühlen (tis) Nur spärlich beleuchtet ist das
Posthorn beim Bluestagekonzert von "Blues Lick" alias Helmut
Licklederer gewesen. Die Gruselatmosphäre passte perfekt,
präsentierte der Ingolstädter doch seine neue CD mit dem
vielsagenden Titel "Frankensteins Jünger", deutschsprachiger
Bluesrock, bei dem vor allem die heutige Technologiegläubigkeit der
Menschheit thematisiert wird – Fukushima lässt grüßen.
Für deutschen
Bluesrock steht Helmut Licklederer.
Neben sozialkritischen Inhalten drehte es sich jedoch
auch um die "klassischen" Themen, natürlich im breitesten Bayerisch.
Seine Ex-Freundin Henriette zum Beispiel, bei der er froh war, als
sie ihm endlich von einem Musikerkollegen "abgenommen" wurde.
Musikalisch bewegte sich das ganze auf solider Blues-Roots-Ebene im
Zwölftakt-Rhythmus. Während Licklederer sich als kompetenter
Gitarrist sowohl in den Disziplinen Folkpicking, Slide- und
Sologitarre erwies, sorgten Matthias Inderst an der Leadgitarre,
Klaus Jirges am Bass und Raimund Liebhaber am Schlagzeug für den
soliden Unterbau für diesen bodenständigen Gruselblues-Abend in der
Eckersmühlener Rockkneipe.
Von
Tobias Tschapka
Ingolstadt (DK) Viele kennen den "Blues Paule", den "Drei-Promille
Karl" und die fürchterliche "Henriette" bereits. Und es werden immer
mehr, denn Helmut Licklederer, den alle Welt nur "Lick" nennt,
besingt sie schließlich fast jedes Mal, wenn er mit seiner Band
Blues-Lick irgendwo auf einer Bühne steht. Und das tut er oft.
Seit seine CDs – mittlerweile gibt es deren zwei – über die große
Firma "Rough Trade" weltweit vertrieben werden, seit der Lick als
Folge davon in allen wichtigen Musikpublikationen im
deutschsprachigen Raum rezensiert wird, seit die Band sich bei
großen Festivals wie Tollwood oder dem Nürnberger Bardentreffen
nicht mehr unauffällig ins Publikum mischt sondern selber dort schon
mal vor 20 000 Leuten auftritt, seit das Quartett bundesweit gebucht
wird, seitdem sind der Ingolstädter "Lick" und mit ihm die
Henriette, der Louisiana-Schorsch und all seine anderen Figuren im
wahrsten Sinne angesagt.
Derzeit feiert die Band ihr 15-jähriges Jubiläum, arbeitet zwischen
Auftritten im Münchener "Schlachthof" oder bei einem der großen
deutschen Bluesfestivals an einer neuen CD, die in der ersten Hälfte
des Jahres 2011 erscheinen soll, wartet auf die Veröffentlichung
eines von Branchenführer "Blues News" für den Dezember angekündigten
Samplers, auf dem die Band mit einer Nummer vertreten ist, kreiert
der Lick im stillen Kämmerlein neue schräge Figuren und schreibt an
neuen Stücken.
Protagonisten wie der "Drei-Promille-Karl" oder der "Kamikaze" sind
dem Leben abgeschaut. "Diese Typen gibt es wirklich", sagt der Lick,
"wenn auch unter anderem Namen. Ich bin mir sicher, dass jeder
solche Nervensägen, Chaoten und Widerlinge kennt." Nur, er besingt
sie eben, strickt Geschichten um sie herum, weil sie ihn ganz
einfach faszinieren. Er tut das auf Bayerisch "weil ich mich in
meinem Dialekt am besten ausdrücken kann". Und außerdem haben
Mundart-Künstler längst keinen Exotenstatus mehr. Sogar im Norden
der Republik wollen Veranstalter und Fans den Lick mit seinen
komischen, kritischen, nicht selten satirischen Geschichten und den
trockenen Roots-Rock-Sound seiner Band immer wieder hören. "Wenn du
in Hessen oder NRW sagst, du singst in Dialekt, gehen die
automatisch davon aus, dass das Bayerisch ist", erzählt der Lick.
Das ist zwar grundsätzlich falsch, aber für ihn nicht von Nachteil.
Den Lick als Musiker gibt es eigentlich schon länger als 15 Jahre.
Ganz früher, in den 1970ern und 1980ern, habe er – übrigens zusammen
mit dem jüngst leider viel zu früh verstorbenen Wolfgang Socher – in
der Frank-Fieber-Blues-Band gespielt, wegen der Texte gerne Willy
Michl gehört, dann sei er jahrelang als Solist in der Kategorie
"Liedermacher" aufgetreten, bis er letztendlich zusammen mit dem
Gitarristen Matthias Inderst "Blues-Lick" ins Leben gerufen habe.
"Der Matthias hat mich zurückgebracht zum Blues und hat so lange
keine Ruhe gegeben, bis ich endlich eine Band gegründet habe", sagt
er, "und jetzt lässt mich der Blues seither nicht mehr los." Den
Liedermacher "Lick" gibt’s nicht mehr, dafür das Bandquartett mit
Klaus Jirges am Bass und Heinz Eichiner am Schlagzeug, und für
kleinere Veranstaltungen durchaus auch mal den Lick und Inderst als
Duo. Denn Blues ist praktisch, der funktioniert auch in kleiner
Besetzung.
Und was macht einer, der sich den ganzen Tag mit Blues beschäftigt,
ja, seit 15 Jahren quasi mit ihm lebt, wenn er sich mal ablenken
möchte? – Wieder Musik. Immerhin kann man bei ihm auch
Instrumentalunterricht nehmen. Gitarre und Klavier hat er im
Angebot. Ebenso wie seine beiden CDs "Sekt und wuide Weiber" und
"Frankensteins Jünger". Die sind erhältlich in jedem gut sortierten
Laden oder direkt beim Erzeuger unter www.blues-lick.de.
Karl Leitner
Monstermäßige Zeitkritik und
Selbstironie
CD-Präsentation und Konzert mit „Blues Lick“ und „Schorsch und
de Bagasch“ im Hinterhalt
Er gilt als einer
der besten Songschreiber in der bayerischen Musikszene:Am Freitag,
24. April, spielt Helmut Licklederer, kurz Lick genannt, mit seiner
Band „Blues Lick“ im Geltinger Hinterhalt. Dabei wird die neue CD
„Frankensteins Jünger“ vorgestellt.
Gelting- Schon
bei den ersten Takten geht es gleich mit einem jähen
Gitarrenaufschrei direkt hinein in Frankensteins-Monsterwerkstatt
von heute. Wieder sind Anhänger der Kunst des Menschenschaffens am
Werk. Dass dies keine triviale und weit her geholte Gruselgeschichte
ist, macht der bayerische Singer-/Songwriter Lick und seine Band
„Blues Lick“ im Titelsong ihrer neuen CD „Frankensteins Jünger“
deutlich. Wer beim Refrain des Liedes genau hinhört, dem wird bald
das brisante Thema klar, das sich hinter der Monster-Metapher
versteckt: „Frankensteins Jünger forschen heit wieder, basteln an de
Gene, verpflanzen Glieda. Zum Woi der Menschheit, dass ma gsund
bleibm und lang leben – es soi aber scho wieda Monster gebn.“
Man darf also
gespannt sein, was es noch in den folgenden zehn Songs auf der neuen
Compact-Disc zu hören gibt. Lick, der mit gebürtigem Namen Helmut
Licklederer heißt und in Ingolstadt lebt, gilt in der bayerischen
Musikszene als einer der besten Songschreiber. Seine gepfefferten
Satiren handeln gerne von Sonderlingen, Spinnern und Nerven-sägen.
Wie etwa der Song vom „Drei Promille Karl“, der vom armen Säufer
erzählt, mit dem keiner was zu tun haben will. Ein anderer, der
„Kamikaze“ ist einer „der net sauft und raucht“, dafür ohne Hirn und
Verstand aufs Gaspedal steigt. Dem „Geist des Blues“, einem falschen
Schmarotzer, ist Lick auf den Leim gegangen. Auch an Selbstironie
spart der Musiker nicht in seinem sprachlichen Karikaturen-Schatz.
Gute Texte sind
die eine Seite des Musikers, die andere ist der gut gemachte Sound
mit seiner Band „Blues Lick“. Dazu gehören der Gitarrist Matthias
Inderst, der Schlagzeuger Raimund Liebhaber und der Bassist Klaus
Jirges. Blues bleibt der rote Faden, dessen charakteristische
Elemente auf der neuen CD „Frankensteins Jünger“ immer wieder
auftauchen. Doch springt die Band mit ihrer Musik auch gerne in den
Genres herum. So wird mal der Rhythm & Blues zum Rocksound, der
Boogie gefolgt von einer langsamen Ballade und der echte
schwermütige Delta-Blues zum kunstvollen Shuffle-Rhythmus. Die Musik
geht ins Gefühl und erzeugt Bilder. Wer etwas genauer auf die Musik
im Blues „My Babe She`s Gone achtet, der kann ein altes, farbiges
Farmer-Ehepaar vor dem inneren Auge sehen, wie es auf ihrer Veranda
sitzt. Er macht Musik, sie schaukelt im Stuhl. Die Kleidung ist alt
und zerschlissen. Ihr Leben war hart, nur die Musik entschädigt für
alles.
Andrea Weber
Frankensteins Jünger
(Mundart Ageh, 64:34)
Blues Lick aus Ingolstadt machen Mundart-Blues. Chef Helmut Licklederer
oder Lick, wie er sich nennt, und seine Mannen bieten eine Mischung aus
Shuffles, Boogies und Americana-Musik mit "bayrischen Lyrics", wie das
Infoblatt zur CD vermeldet. Thematisch hat man einiges zu sagen. Da geht
es natürlich um enttäuschte Liebe und verlassene Männer sowie Frauen,
aber auch um den Blues als solchen, Rauschmittel und typisch deutsche
Themen wie der Angst vor Forschung und Entwicklung, aufgemacht in zwei
Analogien in Form der Doktoren Frankenstein und Faust, die beide
besungen werden. In einem Land, wo aus ethisch-ideologischen Gründen
Penicillin heutzutage vermutlich keine Zulassung mehr bekäme, wird das
sicherlich gut ankommen. Und in dem amüsanten Lied "Der Geist des
Blues", in welchem ein fieser Geist der Volksmusik und des Schlagers den
armen Musiker betrügt und nur auf seinen eigenen Vorteil schaut, so wie
auch die Menschen, die immer dreister und schlechter würden, gibt es
ordentlich einen mit der Moralklatsche. Solange die Welt immer und immer
wieder so bewertet und besungen wird, braucht es uns um den deutschen
Blues nicht bange zu sein. Und um die Linke auch nicht.
(Thomas
Ritter)
Blues
Lick präsentiert neue CD
Donau Kurier, Karl Leitner
Ingolstadt (Donau
Kurier) Nachdem sie die Songs der neuen CD „Frankensteins Jünger“ der
Ingolstädter Band Blues Lick in der Neuen Welt gerade in der
Live-Version genossen hatten, wollten viele Zuhörer die CD auch mit nach
Hause nehmen. Das ist nicht immer so, wenn jemand einen Tonträger nach
dem Konzert zum Kauf anbietet, aber dennoch nicht weiter verwunderlich,
denn in diesem speziellen Fall ist nicht nur die Konserve eine mehr als
gelungene Angelegenheit, sondern auch deren Bühnenfassung.
Helmut „Lick“
Licklederer führt auf seine unverwechselbare, humorvolle und
gleichzeitig geistreiche Art durch das Programm, erzählt kleine
Geschichten zu Songs wie „Route 66“ und „Der Geist des Blues“ und
erläutert mit trockenem Witz, was es mit kompositorisch thematisierten
Nervensägen wie dem „Kamikaze“, dem „Drei-Promille-Karl“ und der
unverwüstlichen „Henriette“ auf sich hat.
Und stellt ganz
nebenbei mit Matthias Inderst an der Gitarre, Raimund Liebhaber an den
Drums und Klaus Jirges am Bass auch gleich noch eine der besten – wenn
nicht die beste – Bluesband auf die Bühne, die man in der Region derzeit
hören kann.
Die beiden
Schlüsselsongs „Frankensteins Jünger“ und „Dr. Faust“ sind die
originellsten im Programm, weil sie Texte transportieren, die im Blues
völlig unüblich sind. Was im Hinblick auf ihren satirischen Gehalt
natürlich auch für den Rest gilt, etwa für „Sie is ganga“, was man der
besungenen Dame nach Abhören des Textes auch nicht verübeln kann, oder
„My Babe She`s Gone“ worüber andererseits wiederum der Verlassene
herzlich froh sein kann. Auf diese und ähnliche Weise unterläuft der
Lick immer wieder die im Klischee verhaftete Erwartungshaltung des
klassischen Blues-Publikums und benutzt diese Musikform für seine
spezielle Art von Humor. Hier schimmert sein Zweitberuf als Liedermacher
durch, bei dessen Texten man nie ganz sicher sein kann, wie viel
Autobiografisches verwendet wurde.
Ingolstadt, Dez. 2007
„Frankensteins Jünger“: Neue CD von Blues Lick
|
Um Missverständnisse gar nicht erst aufkommen zu
lassen: Helmut „Lick“ Licklederer, der Singer/Songwriter und Bluessänger
aus Ingolstadt, sieht seinen geliebten und als musikalisches
Transportmittel bevorzugten Blues selbst ganz und gar nicht mit den
Augen des Satirikers. Nein, die Musik an sich nimmt er ebenso ernst wie
auch die Texte. Die freilich offenbaren sehr schnell, dass er vom
inhaltlichen Ansatz sehr wohl Satiriker ist. Der „Lick“ kombiniert
lediglich diese beiden Ausdrucksformen, wobei „lediglich“ schon wieder
fast missverständlich wäre, tut dies doch außer dem „Lick“ bundesweit so
ziemlich niemand und unter Verwendung der bayerischen Sprache schon
gleich gar keiner.
Mit „Frankensteins
Jünger“ liegt nun eine weitere CD von ihm vor, die erste, die über einen
großen Vertrieb in der ganzen Republik zu haben ist. Das ist nicht nur
logistisch ein großer Sprung für ihn, sondern zeigt auch die Reputation,
die der „Lick“ mittlerweile genießt. Matthias Inderst (Gitarre), Klaus
Jirges (Bass) und Raimund Liebhaber (Drums) sorgen für den für „Blues
Lick“ typischen staubtrockenen, knackigen und am Rootsblues orientierten
Sound, er selber an der Rhythmusgitarre und natürlich mit seiner
unverkennbaren, rauen und ausdrucksstarken Stimme dafür, dass die Texte
auch wirklich stilecht auf den Hörer herniedergehen. |
Selbige haben es
wahrlich in sich. Die Geschichte des „Drei-Promille-Karl“, die vom
„Kamikaze“ und von der „Henriette“ – allesamt Porträts unglaublicher
Nervensägen – wirken ebenso überzeugend wie die vom „Geist des Blues“,
der eines Tages unversehens im Kämmerlein des Autors auftaucht und ihm
zuerst einmal gleich das Bier wegsäuft. Bei „My Babe She`s Gone“ stellt
sich schnell heraus, dass der Sänger darüber nicht betrübt, sondern im
Gegenteil recht glücklich ist, und die Doppelmoral von „Überzeigte
Gegner samma“ ist ein Tritt ans Schienbein heuchlerischen
Gutmenschentums.
Hörer aus der Region
dürften dem Titelstück und auch dem „Dr. Faust“ besonderes Interesse
entgegenbringen, denn hier thematisiert der „Lick“ zwei
Persönlichkeiten, die mit der Geschichte seiner Heimatstadt in enger
Verbindung stehen – wobei aber auch hier am Ende die Sache eine völlig
überraschende Wendung nimmt.
„Frankensteins Jünger“
– eine restlos überzeugende Angelegenheit, die zwei höchst
unterschiedliche Komponenten der Sprache und der Musik zusammen bringt,
und das auf eine Weise, als wäre das die natürlichste Sache der Welt und
nicht eine in höchstem Maße originelle Idee.
Donau Kurier, Karl Leitner
Ingolstadt, Dez. 2007 |
Frankenstein`s
Jünger und Dr. Faust im
Mississippi-Delta
Blues Lick-Duo in der Neuen Welt
|
Helmut
Licklederer kennt man als Solisten unter dem Namen Lick oder als Chef
von Blues-Lick, als Liedermacher mit akustischer Gitarre oder Vorsteher
eines dem Roots-Blues verpflichteten Ensembles. Doch was er auch tut, er
singt erstens immer bayerisch, schreibt zweitens durch die Bank
vorzügliche, witzig-ironische bis kritische Texte und thematisiert
drittens mit rauer Stimme in seinen Songs recht gerne die Umtriebe
leicht schräger Sonderlinge, Nervensägen und sonstiger Chaoten. Beim
Konzert in der Neuen Welt präsentiert er sein neues Programm diesmal im
Duo mit dem Gitarristen Matthias Inderst, ein Arrangement, das sehr gut
klappt, weil sich die beiden musikalisch ideal ergänzen.
Weil Licklederer
derzeit eine neue CD aufnimmt, existieren jede Menge neuer |
Songs, die es
natürlich auch aufzuführen gilt. Aus seinem Henriette-Zyklus gibt es den
Louisiana-Schorsch, dem seine Gattin seine Leidenschaft für den Blues
gründlich austreibt, noch origineller allerdings ist die Tatsache, dass
mit Frankensteins Jünger und Dr. Faust sich gleich zwei sagenumwobene
Figuren aus der Ingolstädter Geschichte mit dem Licklederer`schen
Mississippi-Blues ganz prächtig arrangieren. Aber auch Charly Zocker,
der Blues Paule und der verarbeitete Crossroads-Mythos in "Alle guten
Geister" kommen sehr gut an beim Publikum. Sollten sie alle tatsächlich
auf dem neuen Album Platz finden, darf man sich auf den
Erscheinungstermin wirklich freuen.
|
Zurücklehnen, Zuhören und
Nachdenken
-
Helmut
Licklederer (Lick) und Blues-Lick begeisterten in der Neuen Welt -
Ingolstadt
(DK)
Ein Doppelkonzert für Freunde von bodenständigem Blues und
ausdrucksstarkem Songwriting boten Lick und Blues-Lick im Rahmen der
Ingolstädter Musikszene. Viele Fans und und solche, die es werden
wollten, erlebten einen ganz besonderen Abend in der Neuen Welt.
Helmut Licklederer ist ein Beobachter und Poet, der es versteht, einen
in sein Wohnzimmer mitzunehmen sich gemütlich zum Zuhören und Nachdenken
zurückzulehnen und genießen. Geschichten, die das Leben schrieb oder
immer noch schreibt stehen im Zentrum seines musikalischen Schaffens. So
lernt das Publikum unter anderem den Lousiana-Schorsch kennen, der immer
wieder verschwindet, die Paula, dessen ehemalige Ehefrau und ihre
Schwester Henriette, die irgendwo dazwischen steht.
Lick
hat sich vorwiegend dem bayerischen
-Mundart-Blues
verschrieben, kommt aber genauso mit hochdeutschen Texten authentisch
`rüber. Poetisch und gesellschaftskritisch bringt er Themen wie die
dahinsiechende, vom Menschen übermäßig strapazierte Umwelt oder die
Gefahren der Genforschung in einer gelungenen Symbiose aus Text und
Musik zum Ausdruck.
Den
Song "Bleib wo du bist" hat er schon vor Jahren geschrieben, es sei
beängstigend, wie er ständig an Aktualität gewönne: Die Frage, ob man
ein Kind auf diese gefährliche Welt holen soll, in der man sich selbst
nicht schützen kann und in ständiger Angst lebt, rührt im tiefsten
Inneren.
Zusammen mit Matthias Inderst (Gitarre), Klaus Jirges (Bass) und Heinz
Eichiner (Drums) bekommt der zweite Teil des Abends musikalisch noch
mehr Drive Rhythm&Blues, Boogie und Shuffle nehmen den kürzesten
-Weg
von den Ohren über das Herz in die Beine.
Die
Zuhörer lernen Kamikaze kenne, einen verrückten Autofahrer, Charly
Zocker mit dem unstillbaren Spieltrieb kommt als erdiger Swing mit
vollem Sound daher und der Drei-Promille-Karl strotzt nur so vor
griffigen Melodien über einem satten Groove.
Dackel
Hirmer hat mit seinem unverwechsel-baren Akkordeonspiel die Band am Ende
um eine Klangfarbe erweitert, Nummern wie "Sie is ganga" und "Route 66"
rundeten das Programm ab. Zum Abschied gab es Neues von Henriette,
gerade von Louisiana-Schorsch verlassen, und die Mitsing-Hymne
"Überzeigte Gegner samma", die in jedem Fall Kult-Potential besitzt.
Donau Kurier: Sandra-Isabell
Knobloch
Eichstätter Kurier, 30. 06. 04
Gitarren und "Gschichten aus dem Leben"
Es passte · fast · alles beim Bayernblues-Abend
mit Lick und Matthias Inderst im Kotterhof-Stadel in Böhmfeld: das
bodenständige Bruchsteinmauern- und Holzbalkenambiente, das lässige
Daheim-Wohlfühl-Auftreten der Künstler und die urbayerische Sprache. Wer
jedoch "hagelbuachene" Musik als Abrundung vermutete, war auf dem
Holzweg. Was die beiden Ingolstädter Künstler ihren E-Gitarren
entlockten, noch dazu ohne Notenblatt, sprengte alle Erwartungen des
zahlreichen, fleißig applaudierenden Publikums. Von Biertischmonologen
und Dampfplauderei meilenweit entfernt waren auch die Texte, die Lick,
der Balladendichter und Liedermacher "mit Leib und Seel", Philosoph,
Karikaturist, Lachmuskelmasseur, Wortakrobat, Humorist, Psychologe,
Gesellschaftskritiker und Umweltpate in einer Person, zum allgemeinen
Ergötzen, aber auch zum tiefen Nachdenken zum Besten gab: "Gschichten
aus dem Leben", die tatsächlich passiert sind, die er "tief in der
Nacht" aufgeschrieben hat und aus denen man allerhand lernen kann.
Unvergleichlich spaßig, aber auch wieder sehr
ernst, manchmal mit einem Hauch von Wehmut und Ironie versetzt,
präsentierte Lick unter anderem den "Gerichtsvollzieher", einen kurzen
Abstecher in die Zeit seines jugendlichen Leichtsinns, den "Louisiana-Schorsch",
einen Kollegen mit ungewollter Musikeraussteigerkarriere, und seine
verflossene "Henriette". Mit "Frankensteins Jünger" machte der
ausdrucksstarke Textdich
ter
aufmerksam auf die Gratwanderung bei der Genforschung, bei "Von den
Bergen überall bis tief ins Tal" lagen ihm Natur und Umwelt am Herzen,
der "Mir-keiner-Schuld-bewusst-Blues" gab Einblicke in die
Alltagsgewohnheiten eines Arbeitsscheuen, und beim Lied "Route 66"
träumte er davon, einmal neben ganz Großen auf der Bühne zu stehen.
Etwas verschämt, aber gleichzeitig stolz gab Lick zu, mit "Ich brauche
Dich!" sein einziges Liebeslied gedichtet zu haben und es auch singen zu
können. Am Pranger standen Alkohol und Drogen bei "Überzeugter Gegner",
und mit "Charly Zocker" erzählte er die Leidensgeschichte eines
Glücksspielabhängigen.
Und immer wieder trafen sich die Blicke des "Singer-Songwriter-Duos
Lick & Matthias Inderst", wurden stille Zeichen des Einvernehmens
ausgetauscht, brauchte einer den anderen · zumal beim fliegenden
Gitarrenwechsel, beim Kampf mit dem Kabelsalat, beim missglückten
Umstöpseln · und das alles gewollt oder ungewollt mehr oder minder
zwerchfellerschütternd. Was Lick verbal ausdrückte, mal "boarisch", mal
in exaktem Hochdeutsch für "Dialektunkundige", was eine seiner Gitarren
begleitete und auch mal die Mundharmonika dazu, das verflocht der
versierte Sologitarrist Matthias Inderst geschickt mit virtuoser
Lautmalerei. Die Besucher vergaßen die vorgerückte Zeit und die Kühle im
Stadel und erklatschten sich Zugaben.
Anneliese Siebendritt
Donau Kurier,
19. 09. 03
Gelungene Reminiszenen an die eigene musikalische Vergangenheit
"Da ist zunächst der `Lick`,
der diesmal absichtlich viele alte Stücke für sein
Singer-Songwriter-Programm ausgewählt hat, Stücke wie `Abschiedsbrief`
oder `Bleib wo du bist`, die aber überhaupt nicht antiquiert klingen,
weil der Sänger und Gitarrist anscheinend vor Jahren schon ein
glückliches Händchen für zeitlose Themen hatte. Recht ernst und
nachdenklich ist er diesmal, der `Lick`, singt von Versprechungen, die
nicht eingehalten werden, von Gestrauchelten und Existenzen am Rand der
Gesellschaft, von Alpträumen angesichts täglicher Horrormeldungen.
Das apokalyptische `Nur ein
Traum` war einst ein klassischer Protestsong, der seine Aktualität
freilich bis heute nicht verloren hat, `Katzengold` ist wunderschön
doppelbödig angelegt und in "Erinnerung" wird der `Lick` gar
philosophisch. Aber was er auch anpackt, ob Balladen, ob Sprachpoesie,
ob Satire oder Gesellschaftskritik – mit seiner souveränen Bühnenpräsenz
nimmt man ihm alles ab. Es gelingt ihm mit und vielleicht auch gerade
wegen dieser Songauswahl ein sehr intensiver Auftritt, der wegen der
Texte und deren Substanz auch beim Publikum seine Wirkung nicht
verfehlt."
Karl Leitner
Donau Kurier, 26. 07. 01
Sonderlinge, Spinner und sonstige
Nervensägen: Erstklassige "Blues-Lick" in der Neuen Welt
Ingolstadt (DK) Satter, bodenständiger Sound, eine erstklassig
eingespielte Band, die zwei bestens harmonierenden Gitarren von Matthias
Inderst und Helmut Licklederer, eine tighte Backline mit Klaus Jirges am
Bass und Heinz Eichinger am Schlagzeug · Bluesherz, was willst du mehr!
Hemdsärmelig und trocken rackern sich die alten Szenehasen von "Blues-Lick"
in der voll besetzten Neuen Welt durch ihre Boogies, Shuffles und
straffen Rocknummern, und bei den langsamen Balladen ist die Intensität
ihrer Musik genauso spürbar wie bei den schnellen Stücken. Ja, die Jungs
von "Blues-Lick" gehören zur Spitze der hiesigen Blues- und auch der
gesamten Ingolstädter Musikszene.
Tolle Musik fürwahr, aber das ist ja nicht alles. Denn das Markenzeichen
der Band ist natürlich ihr Frontmann, der "Lick" eben, der über eine der
markantesten, ausdrucksstärksten und auch rauesten Stimmen der Szene
verfügt, und diese auch vortrefflich einzusetzen weiß. Er ist eine wahre
Bühnenpersönlichkeit, der die Leute nicht nur als Musiker packt und in
seinen Bann zieht, sondern auch als Geschichtenerzähler. Das geht bei
den Ansagen schon los. Der "Lick" ist einer der wenigen in der Szene,
der begriffen hat, dass Zwischentexte Atmosphäre schaffen, wenn man sich
vorher überlegt, was man nachher scheinbar spontan sagt. Und wie von
selbst werden bei ihm Ansagen zu eigenen kleinen Geschichten und zudem
zu perfekt passenden Überleitungen und Verbindungen zwischen den
einzelnen Songs.
Um Sonderlinge, Spinner und Nervensägen geht's häufig bei ihm, um den
"Kamikaze" etwa, der am Steuer nur ein einziges mal bremst, nämlich
dann, wenn er da ist, wo er hinwollte. Oder um den "Drei-Promille-Karl",
immer voller hochtrabender Pläne, aber im entscheidenden Moment
hackedicht. Ob der Macho-Prolo in "Sie is ganga" oder das arme Schwein
in "Henriette", ob die Poesie von "Route 66" oder die Zeitkritik in
"Frankensteins Jünger" · immer kommt die Botschaft auf den Punkt, weil
hier nicht nur Inhalt, sondern auch Form stimmen.
Denn der "Lick" ist ja auch ein hoch talentierter Reimer, der weit über
das Niveau hinausgeht, das man sonst im doch oft zu sehr von
Hausfrauenlyrik dominierten bayerischen Idiom gewohnt ist. "Blues-Lick"
· eine Band auf ihrem Höhepunkt. In Bälde wird sie eine neue CD auf den
Markt bringen, anschließend will der Chef sich anderen Projekten
zuwenden, sagt er. Wofür wir ihm, der ja auch noch Solo-Performer ist,
natürlich viel Glück wünschen. Aber löse um Gottes willen nicht die "Blues-Lick"-Band
auf! Es wäre jammerschade, und wir wollen sie schließlich noch in solch
eindrucksvoller Form hören.
Donau Kurier
" Witzig und humorvoll führt
er mit kleinen Geschichten
in seine Stücke ein und
entwickelt sich zunehmend auch
zum souveränen Entertainer."
Festival der Liedermacher,
Bayreuth
"Wer Lick kennt, der weiß
sowieso, dass er zu den ganz Großen in seinem Bereich gehört. Wer ihn
noch nicht kennt, der wird es wissen, wenn er ihn (hoffentlich) gehört
hat".
Hilpoltsteiner Volkszeitung
ROTH - "Viel Stoff zum
Nachdenken und eine lässig -
entspannte Atmosphäre, so
präsentierte sich der zweite
Tag der diesjährigen Bluestage
mit dem Ingolstädter
Liedermacher und Bayerischen
Blueser Lick. Seine
bayerisch bluesigen
Geschichten bieten viel Nachdenkens
wertes. Das Publikum sparte
nicht mit anerkennendem
Applaus."
Pfaffenhofener Kurier
"Ganz Profi, absolvierten Lick
und sein Begleiter an der Sologitarre, Matthias Inderst, einen einwand-
freien Auftritt, den auch die Zuschauer mit viel Applaus quittierten.
... Kurz gesagt ist Licks Musik eine, die nur so von Leben - im
positiven Sinne - strotzt."
Regensburg
Stadtmagazin
logo
CD "Sekt und wuide Weiber"
"...wer Blues mit bayerischen
Texten mag, dem sei diese
Neuveröffentlichung voll und
ganz zu empfehlen..."
sound
check
Lick - CD: Morgen
ist`s vielleicht 1 Tag zu spät
"...Lick ist einer der
Liedermacher, die es immer wieder schaffen, ihr Publikum durch
Souveränität am Instrument und gleichzeitiger Vielfalt in Aussage und
Darbietung zu gewinnen. So reicht sein musikalisches Repertoire von
Songs und Balladen bis zu Bluespickings und Slidegitarre...
...Die anspruchsvollen
Gitarrenklänge, gekonnten Sounds mit geistreichen Texten vermischt,
regen zum Nachdenken an und drücken Dinge des Lebens aus, die jeder
schon erlebt hat, die aber kaum ein anderer in solche Worte packen
kann..."
Nordbayerischer Kurier
"Ungewöhnliche Themen
beschäftigen den Liedermacher,
Frankenstein verfolgt ihn, und
auch mit seiner Meinung
über Alkoholexzesse hält er
nicht hinter dem Berg. Sein
Dialekt und der
unverwechselbare gesellschaftskritische
Stil seiner Lieder
rechtfertigten ohne Zweifel sein Auftreten
im Kreis der Liedermacher."
NEUMARKT - "...
`Bayerisch Unplugged` wandert Lick durch die Alltäglichkeit, bekommt den
Blues, spielt den selbigen, beschreibt sein Umfeld so, wie ihm der
Schnabel gewachsen ist".
Hilpoltsteiner Kurier
ROTH - "Ganz egal, ob Lick von
`Frankenstein`s Jünger`
sang, die an Genen
herumbasteln und `Glieder verpflanzen`
oder fetzigen Boogie vom
`Kamikaze-Fahrer` anstimmte, stets
verstand es der Ingolstädter
Liedermacher, der ähnlich wie
Willy Michl konsequent im
oberbayerischen Dialekt singt,
den `ganz normalen Wahnsinn`
im Leben wiederzuspiegeln,
den die meisten täglich am
eigenen Leib verspüren."
megazIN
Bayerisch gemütlich und
südstaatlich groovend -. Ingolstadt`s Liedermacher Lick hat sich mit
einer örtlichen `Supergroup` zu Blues-Lick vergrößert. Mit der Debüt-CD
`Sekt und wuide Weiber` liefert die Band eine reife Leistung: Ein
lockerer Shuffle hier, eine angerockte Blues-Spielerei da, alles relaxt
und down to earth, ohne Gimmicks, aber mit Seele und Spaß."
Donau Kurier
"Der `Lick` hat einfach das
Talent, Geschichten zu erzählen.
Und das ist wichtig, will man
als Texter gerade im bayerischen
Idiom nicht aufgesetzt oder
platt wirken. Viele der sprachlich
kompetent und geschickt
konstruierten Texte bieten zwei
Verständnisebenen, nämlich die
vordergründig handlungs-
bezogene und eine eher
verdeckte, die die eigentliche Kern-
aussage beinhaltet. Wer so
arbeitet, vermeidet den oft für
Außenstehende unverständlichen
Seelenstriptease ebenso
wie
Oberflächlichkeit."
lei